Was ist eine Patenschaft?

„Die Patenschaft ist ein riesiges Geschenk."
„Es ist so wichtig, die Kinder einfach nur Kind sein zu lassen."
„Es ist schön. Man sieht das Kind mit aufwachsen."

Das Patenschaftsprojekt „Vergiss mich nicht“ sucht und vermittelt PatInnen für Kinder von Suchtkranken, die mit den Kindern spielen, lachen, weinen, quatschen und ihnen zuhören. Die Idee für das Patenschaftsprojekt „Vergiss mich nicht“ entstand aus den Erfahrungen, die häufig von Kindern Suchtkranker berichtet werden. Die Betroffenen erzählen manchmal von einem Erwachsenen im Umkreis, der selbst keinen Suchthintergrund hatte und sich ab und zu um sie gekümmert hat. Dies hat ihnen nach eigenen Angaben Halt und Selbstvertrauen gegeben und sie konnten für diese Zeit ihre Sorgen vergessen.

Auch Studien weisen nach, dass Kinder in ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung gefördert werden, wenn sie regelmäßigen Kontakt zu einer stabilen erwachsenen Bezugsperson haben, die ihnen zuhört und ihr Selbstvertrauen stärkt. Das kräftigt die Widerstandsfähigkeit der Kinder und verringert ihr Risiko, später selbst abhängig zu werden.


Sie möchten PatIn werden?

„Freitags ist Patenzeit. Das wissen alle und da ruft auch niemand mehr an. Da bin ich nur für mein Patenkind da.“ „Wir entdecken die Welt zusammen. Trommeln mit Stöcken einen Rhythmus und sehen den Feuerkäfern beim Krabbeln zu.“ „Ich bin sehr dankbar über das Vertrauen der Eltern.“

Patenschaft bedeutet Freude und Verantwortung. Schön, dass Sie sich für eine Patenschaft interessieren. Patin oder Pate zu sein, bedeutet immer auch, ein Stück Verantwortung zu übernehmen, vor allem aber bedeutet es, viel Freude mit einem Kind zu teilen.

Der Patentag ist meist auch für die PatInnen der Höhepunkt der Woche. Um eine Patenschaft zu übernehmen, sollten Sie bereit sein, ein zuverlässiger Ansprechpartner für ein Kind aus einer Suchtfamilie über einen längeren Zeitraum zu sein (mindestens 18 Monate). Dafür sollten Sie die Zeit haben, sich regelmäßig einmal die Woche mit dem Kind zu treffen und Lust haben, gemeinsam etwas Schönes zu unternehmen.

Wege und Anforderungen zur und durch die Patenschaft:

  • Erstgespräch
  • Informationsgespräch mit einer Suchttherapeutin/ einem Suchttherapeuten
  • Einholen eines erweiterten Führungszeugnisses (für die Paten kostenfrei)
  • Teilnahme an einer Basis-PatInnenschulung
  • Besprechung und Unterzeichnung des Verhaltenskodex zur Prävention von sexuellem Missbrauch
  • Teilnahme an monatlichen Reflexionsgesprächen
  • Teilnahme an Paten-/Kinderfesten (zweimal jährlich)

Wir unterstützen Sie durch:

  • Vorbereitung auf die Patenschaft
  • Begleitung während der Patenschaft
  • Erreichbarkeit auch außerhalb der Gesprächstermine
  • Organisation von Austauschtreffen mit anderen Paten
  • Schulungen
  • Aufwandsentschädigung für Unternehmungen mit dem Patenkind
  • eine kostenfrei Unfall- und Haftpflichtversicherung
  • einen Ehrenamtsvertrag
  • Tätigkeitszeugnis

Sie suchen eine PatIn für Ihr Kind?

„Die Patenschaft ist gut für meine Tochter. Sie macht sich immer Sorgen um mich. Und da kann sie einfach Kind sein und ihre Sorgen mal vergessen.“
„Die Patin ist die einzige erwachsene Ansprechpartnerin für meine Tochter. Sie ist der einzige Mensch, mit dem sie noch reden kann.“

Eine Patenschaft bedeutet Unterstützung:

Wünschen Sie sich manchmal Unterstützung bei der Betreuung ihrer Kinder? Damit Sie wieder mal mehr Zeit für sich, für Erledigungen oder Termine haben? Mit dem Wunsch sind Sie nicht allein. Denn die Versorgung und die Erziehung von Kindern ist unter den heutigen Lebensbedingungen nicht immer einfach. Konnten früher die Großeltern oder die Tante helfend einspringen, sind heute die Eltern meist auf sich allein angewiesen.

Mit unserem unabhängigen und kostenfreien Patenschaftsprojekt wollen wir Kindern und Eltern helfen, die in Familien mit einem Suchtproblem leben. Der Pate/ die Patin trifft sich regelmäßig einmal in der Woche mit Ihrem Kind, um gemeinsam etwas Schönes zu unternehmen. Die PatInnen werden vorab eingehend in mehreren Gesprächen von uns geprüft.

Das erste Kennenlernen verläuft auf Wunsch erst einmal ohne das Kind, so dass Sie erst einmal in Ruhe die Patin/ den Paten kennen lernen können. Erst dann treffen Patin/ Pate und Kind aufeinander. Sie bestimmen, wann die Patin/ der Pate das erste Mal allein etwas mit Ihrem Kind unternimmt. Die Prävention von sexuellem Mißbrauch ist uns ein wichtiges Anliegen. Daher achten wir sehr auf die Auswahl unserer PatInnen. Während der Patenschaft sind für Sie da, sollte es Fragen oder Probleme geben.


Häufige Fragen der PatInnen und Eltern

Wie oft treffen sich PatIn und Kind / Jugendlicher?
Die PatInnen treffen sich an einem Nachmittag in der Woche mit ihrem Patenkind. Welcher Nachmittag das ist, besprechen Eltern und Patin/Pate gemeinsam. Wichtig ist, dass die Treffen regelmäßig sind.

Was ist, wenn die Treffen wegen Urlaub, Krankheit oder anderer Termine ausfallen müssen?
Das gehört zum Leben dazu. Wichtig ist, dass die Familien und die PatInnen besprechen, wann, wie lange und warum die Treffen ausfallen müssen und wann sie wieder aufgenommen werden können.

Funktioniert eine Patenschaft auch bei geringen finanziellen Mitteln?
Wir unterstützen die PatInnen bei den Kosten für Eintritts- und BVG-Fahrkarten.

An wen wende ich mich, wenn ich Fragen zur Patenschaft habe oder Probleme mit der PatIn, den Eltern oder dem Kind auftreten?
Wir sind für Sie da! Bei Fragen oder Problemen wenden Sie sich bitte an uns! Gemeinsam suchen wir nach Lösungen und Antworten. Außerdem gibt es regelmäßige Einzelgespräche der PatInnen und Eltern mit einer Projektmitarbeiterin.

Kann es passieren, dass ein Kind lieber mit der PatIn zusammen ist als mit den eigenen Eltern?
Zuerst einmal: Kinder lieben ihre Eltern! Und eine Patenschaft soll auf keinen Fall die Eltern ersetzen. Auch aus diesem Grund sind die gemeinsamen Treffen auf einen Nachmittag in der Woche beschränkt. Sollte es vorkommen, dass ein Kind bspw. bei den PatInnen übernachten möchte, muss dem Kind die Grenzen der Patenschaft erklärt werden.

Wie lange geht eine Patenschaft?
Zunächst einmal wird ein Vertrag für 10 Monate vereinbart. Danach können die Patenschaften immer für 8 Monate verlängert werden und das so oft alle einverstanden sind und die Patenschaft dem Kind gut tut. Die PatInnen sollten mindestens zwei Phasen einplanen, also 18 Monate. Sollte bspw. das Kind älter werden und mehr Zeit für Freunde und Hobbys benötigen, so ist es vorstellbar, die Treffen in größeren Abständen fortzuführen oder sich auch öfter zu schreiben. Wichtig ist es, offen und ehrlich mit allen über Wünsche und Vorstellungen zu sprechen. Und auch hier gilt: wenden Sie sich bei Fragen und Unsicherheiten an die ProjektmitarbeiterInnen!