Stadtteilmütter in Kreuzberg

Die Stadteilmütter in Kreuzberg gibt es seit 2007. Das Projekt ist ein sozialraumorientiertes und ressourcenorientiertes Angebot der unterkulturellen Eltern- und Familienbildung. Seit Ende 2013 wird das Projekt auch über das Landesrahmenprogramm für Integrationslotsen gefördert.

Aufbau und Ziele des Projektes

Frauen mit Migrationshintergund, die selber Mütter sind und eine Arbeit suchen werden ein halbes Jahr zu 10 verschiedenen Themen rund um die Entwicklung und Erziehung von Kindern qualifiziert, um anschließend ihr Wissen anderen Familien aus der Community weiterzugeben.

Ziel des Projektes ist es, Familien mit Migrationshintergrund  frühzeitig zu erreichen,  sie über unser Bildungssystem zu informieren, Zugangsbarrieren abzubauen, um damit langfristig die Bildungschancen ihrer Kinder  wirksam verbessern zu können. Die Teilhabechancen von Familien anderer Nationalitäten sollen verbessert und ihre Partizipationsmöglichkeiten am Bildungssystem gestärkt werden. Gemeinsame Begegnungen und die Teilnahme an Familienbildungsangeboten sollen zum Abbau von Vorteilen und Diskriminierung beitragen und das Zusammenleben der Familien vor Ort stärken.

Die Arbeit der Stadtteilmütter im Interkulturellen Familienzentrum tam

Die Stadtteilmütter arbeiten in allen Bereich des Familienzentrums und übernehmen als Sprach- und Kulturmittlerinnen eine wichtige Brückenfunktion zwischen den Familien, den pädagogischen Fachkräften und den verschiedenen Bildungseinrichtungen sowie Behörden und andere sozialen Einrichtungen. Sie haben das Vertrauen der Familien und können dadurch leichter Zugänge zu den verschiedenen Bildungsangeboten schaffen. Die enge Kooperation zwischen den Stadtteilmüttern und den pädagogischen Fachkräften gehört zum Gesamtkonzept des Hauses.

Die Stadtteilmütter und Integrationslotsinnen sind täglich im Familiencafé des Familienzentrums anzutreffen. Sie informieren andere Eltern über:

  • Angebote und Möglichkeiten rund um die Entwicklung und Erziehung des Kindes
  • Angebote der Gesundheitsförderung
  • Sie helfen mit bei der Kitaplatzsuche und informieren wie man einen Kita-Platz findet, sie unterstützen die Eingewöhnung der Kinder in einer Kita und sind auf Wunsch bei Elterngesprächen dabei
  • Sie informieren über Möglichkeiten der Sprachförderung, wozu auch die Förderung der Mehrsprachigkeit gehört
  • Bei sozialen und finanziellen Problemen informieren sie über Beratungsangebote und begleiten die Familien auch auf Wunsch zu den Einrichtungen
  • So informieren sie auch über Freizeitmöglichkeiten für Eltern und Kinder, die teilweise auch selber von ihnen durchgeführt werden

Aufsuchende Familienarbeit

Über Besuche zu Hause versuchen sie in Kontakt mit Eltern zu kommen, die von den bestehenden Bildungseinrichtungen wie Kita und Schule, bislang kaum erreicht wurden. Der Besuch zu Hause ist ein freiwilliges Angebot und soll den Eltern die Kontaktaufnahme erleichtern. Die Stadtteilmütter bringen Informationsmaterialien mit oder Kinderspiele, um mit den Eltern ihr erworbenes Wissen zu den verschiedenen Themen rund um die Entwicklung und Erziehung von Kindern weiterzugeben.

Begleitung der Familien

Auf Wunsch begleiten die Stadteilmütter die Familien auch zu anderen sozialen Einrichtugen, Beratungsstellen, Behörden, Deutschkursen, zu Kindertagesstäten und Schulen. Nach Absprache sind sie auch bei Elterngesprächen in der Kita oder in der Schule dabei.

Arbeit in Elterncafés, Kindertagesstätten, Grundschulen und Familienzentren

Die Stadtteilmütter arbeiten in Kleinteams in verschiedenen Elterncafés in den umliegenden Kindertagesstätten und Grundschulen mit, um kontinuierlich als Ansprechpartnerin den Familien aber auch den pädagogischen Fachkräften zur Verfügung zu stehen. Sie sind bei Festen dabei und organisieren Ausflüge in die Stadt für die Familien.

Vernetzung

Die Stadteilmütter tragen mit ihrer Arbeit zu einer immer stärker werdenden Vernetzung der Einrichtungen in der Region untereinander bei. Sie Frauen sind mit ihrem roten Schal und ihrer Umhängetasche, gefüllt mit Informationsmaterial aus dem Stadtbild nicht mehr weg zu denken.
Hier ein Beispiel unserer Arbeit im Netzwerk

Sprachenvielfalt

Im Projekt arbeiten Frauen deutscher, türkischer, kurdischer, arabischer und bulgarischer Herkunft.