Pflege in Not verdreifacht Beratungszeit für pflegende Angehörige

Pflege (ist) in Not

Aufgrund der Corona-Krise verdreifacht die Beratungsstelle Pflege in Not ihre Beratungszeit für pflegende Angehörige

Pressemitteilung, Berlin, 23. März 2020 - In Berlin gibt es ca. 136.000 Pflegebedürftige. Davon werden über 70% zu Hause von Angehörigen gepflegt und betreut. Durch die Corona-Krise und ihre Folgen spitzt sich für die pflegenden Angehörigen die häusliche Pflegesituation extrem zu! Aufgrund der derzeitigen Situation fallen für die pflegenden Angehörigen viele Unterstützungsangebote aus unserem Hilfesystem weg. Die Beratungsstelle Pflege in Not vom Diakonischen Werk Berlin Stadtmitte erweitert zur Entlastung der pflegenden Angehörigen ihre Beratungszeiten.

„Natürlich können wir an den äußeren Bedingungen nichts ändern, aber Pflege in Not möchte Angehörige, die zu Hause pflegen als auch Angehörigen von Heimbewohnern durch die erweiterten Beratungszeiten die Möglichkeit geben sich zu informieren und sich emotional von uns stützen zu lassen. Wir sind in diesen extremen Pflegesituationen gerne an der Seite der pflegenden Angehörigen“, sagt Frau Tammen-Parr, Projektleiterin von Pflege in Not. Die berlinweite Beratungsstellehat seit letzter Woche seine Beratungszeiten verdreifacht und bietet ab nächster Woche zusätzlich auch samstags telefonische Beratung an.

Pflegende Angehörige leisten einen unschätzbaren Beitrag für unsere Gesellschaft. Das verdient nicht nur Dank und Anerkennung, sondern vor allem Entlastung und Unterstützung. Denn sehr viele Angehörige fühlen sich mit der Pflege stark oder sehr stark belastet. Durch die Krise entfallen Tagespflege, Gesprächsgruppen für pflegende Angehörige, Betreuungsgruppen für Demenzerkrankte, Einzelbetreuung von Ehrenamtlichen etc.. Dadurch sind die Pflegebedürftigen und deren Angehörige in ihrer Häuslichkeit ganz auf sich gestellt. „Wir wissen, dass in dieser zugespitzten Situation der tatsächlichen 24 Stundenpflege ohne Entlastungsmöglichkeiten von außen, Überforderung, Erschöpfung und Angst zu Aggressionen und konflikthaften Pflegesituationen führen können. In unserer Beratung fallen Sätze wie „Wenn ich ihn jetzt den ganzen Tag zu Hause habe, weiß ich nicht was mit uns passiert!“, fügt Frau Tammen-Parr hinzu.

Der Beratungsschwerpunkt Aggressionen und Konflikte in der Pflege alter Menschen hat unter den gegebenen Bedingungen nochmal an Brisanz zu genommen. Ebenso melden sich Angehörige von Heimbewohnern. Verkürzte Besuche auf täglich eine Stunde oder  komplette Besuchsverbote, belasten und ängstigen die Angehörigen sehr. Viele Einrichtungen haben sich zügig mit Handys ausgestattet, um ihren Bewohnern die Möglichkeit zu geben, Kontakt zu halten.  Für die überwiegend demenzerkrankten alten Menschen ist ein Telefonat natürlich nur ein bedingt geeignetes Mittel. Auch hier gibt es jetzt viel Leid auf beiden Seiten!

Die Beratungs- und Beschwerdestelle Pflege in Not berät seit 20 Jahren bei Gewalt und Konflikten in der Pflege alter Menschen. Sowohl in der häuslichen als auch stationären Pflege kommt es immer wieder zu konflikthaften als auch aggressiven Situationen.
Wir bieten Angehörigen, Betroffenen und Pflegepersonal konkrete Hilfemöglichkeiten in Gewalt- und Konfliktsituationen an. Unterstützen Einrichtungen bei Konfliktlösungen und tragen maßgeblich dazu bei, die öffentliche und private Aufmerksamkeit für die Problematik von Gewalt im Kontext Pflege zu schärfen.

Neue Beratungszeiten:

Montag bis Freitag  10 – 16 Uhr         Samstag:    10 – 14 Uhr

Beratungstelefon: 69 59 89 89 

Gabriele Tammen-Parr
Pflege in Not
Projektleiterin
0163 5506800
Träger: Diakonisches Werk Berlin Stadtmitte

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